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Systemische Ordnungen in Familien….

Mittwoch den 31.01.2018

Das Thema des Elternabends der Kreisgruppe KiAP wirkte auf den ersten Blick eher sachlich und konnte bei manchem den Eindruck erwecken, dass es hier sehr theoretisch werden würde.

Die Teilnehmer/innen des Abends konnten sich schnell davon überzeugen, dass „Systemische Ordnungen in Familien“nichts mit Formeln, Tabellen und vorgefertigten Lösungsansätzen zu tun hatten.

Frau Nicole Klütz brachte den Anwesenden mit viel Humor und  eindrucksvollen Beispielen die Methode der „Systemischen Familienaufstellung“ nahe.

Wie verändert sich eine Paarbeziehung mit der Geburt des ersten Kindes? Wie geht es einem Kind, dass keinen Kontakt zu einem leiblichen Elternteil habe kann?

Diese Fragen wurden durch die Methode des „Familienstellens“ tatsächlich sichtbar, da hier Stellvertreter für die  realen  Personen in entsprechender  Konstellation im Raum stehen. So werden z.B. Abstände, Kontakt oder „innere Verbundenheit“ zu einem realen Bild.

Die Anwesenden konnten bestimmte Zusammenhänge deshalb deutlicher wahrnehmen und  Schwierigkeiten in Familienkonstellationen besser nachvollziehen.

Am Ende des Abends ging so mancher mit einer neu gewonnenen Erkenntnis für den eigenen Alltag nach hause.

Frau Klütz lud die Anwesenden ein das „Aufstellen“, an einem Ihrer offenen „Aufstellungsabende“ persönlich zu erleben. Wer neugierig geworden ist, kann sich auf ihrer Homepage www.haltestelle-kluetz.de eingehender über Frau Klütz und ihre Arbeit informieren.

 


 Fundsache

 

Diese Gastkolumne haben wir in den LN vom 18.01.2018 gefunden. 

Kinder ohne Schutz

 Berlin

Ein kleiner Junge wird Pädophilen im Internet angeboten – vom Lebensgefährten seiner Mutter, mithilfe seiner Mutter. Das Jugendamt wusste, dass der Mann wegen sexuellen Missbrauchs vorbestraft ist und es zu seinen Bewährungsauflagen gehört, dass er mit Kindern nie allein sein darf. Trotzdem kann er den Neunjährigen monatelang missbrauchen.

Das Freiburger Drama lässt fragen: Wie ist es um den Kinderschutz in Deutschland wirklich bestellt? Trotz fortschreitender Gesetzgebung sind die Unsicherheiten im Umgang mit Verdachtsmomenten groß. Daran wird auch die gute Absicht einer neuen GroKo, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen, wenig ändern. Denn Kinder brauchen nicht so sehr neue Gesetze – sie brauchen mutige Erwachsene.

Menschen, die hinschauen, sich Zeit nehmen und sich trauen, Verantwortung zu übernehmen. Kinder brauchen keine verunsicherten Erwachsenen, die sich im komplizierten Netzwerk von Zuständigkeiten verlaufen. Sie brauchen Sozialarbeiterinnen, die einschreiten, Lehrer, denen sie vertrauen können, Nachbarn, die nachfragen und am Ende Richter, die sich nicht nur am „Elternrecht“ festklammern. Wer sorgt sich darum, dass Familienrichter angemessen ausgebildet werden für eine Aufgabe, die weit über juristisches Fachwissen hinausgeht?

Und: All diese potenziellen Beschützer brauchen Zeit und Rückhalt. Aber es fehlen Ressourcen, sprich Personal. Kinderschutz ist kompliziert – und nur möglich, wenn wir uns entscheiden, dafür Geld auszugeben. Es ist gut investiert.

Bernd Kasper ist Sozialpädagoge und Autor von „Kindeswohl – Eine gemeinsame Aufgabe“.

Von Bernd Kasper

Herr Kasper hat uns gebeten, die Kolumne um einen wichtigen Satz zu ergänzen…..

Das Problem im Fall Freiburg lag nach bisherigen Informationen ja weniger bei den Jugendbehörden und mehr bei den Gerichten. Das Jugendamt hat sehr wohl eine Inobhutnahme vorgenommen, die durch das Gericht widerrufen wurde.

 

Portrait Bernd Kasper

Inhalt und Leseprobe

 


 Bundesverwaltungsgericht stärkt Pflegeeltern….

 

Was bedeutet das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes für Pflegeeltern des Kreises Herzogtum Lauenburg?

Hier die Berichterstattung der Lübecker Nachrichten.

LN-Online

 


Pflegegeld darf nicht angerechnet werden

Erstmals haben jetzt Bundesrichter entschieden: Pflegegeld aus der gesetzlichen Pflegeversicherung (nach SGB XI) darf nicht auf das Pflegegeld der Jugendhilfe für die Pflege und Erziehung von Pflegekindern (nach SGB VIII) angerechnet werden. Mit dieser abschließenden Grundsatzentscheidung schiebt das Bundesverwaltungsgericht einer inzwischen weitverbreiteten Praxis vieler Jugendämter einen Riegel vor und bringt betroffenen Pflegefamilien endlich Rechtssicherheit.

In der Begründung ihres Urteils vom 24. November 2017 (Az. BVerwG 5 C 15.16) schreiben die obersten Verwaltungsrichter, dass eine solche Kürzung von Leistungen nicht durch das Gesetz gedeckt ist: „Eine Anrechnung des Pflegeversicherungsgeldes mindert das den Klägern zustehende Pflegegeld und bedarf deshalb einer gesetzlichen Grundlage. An dieser fehlt es.“ Beide Leistungen, so die Richter weiter, dienen grundsätzlich unterschiedlichen Zwecken und sind nebeneinander zu gewähren.

Pflegefamilien, in denen bislang eine entsprechende Verrechnung oder Heranziehung stattgefunden hat, wird geraten, unverzüglich eine Überprüfung der grundlegenden Bescheide zu verlangen und damit auch rückwirkend ein ggf. zu Unrecht abgezogenes Pflegegeld der Pflegeversicherung (bzw. der Opferentschädigung) zu erhalten.

Erstritten wurde das Urteil von der Rechtsanwältin Gila Schindler, KASU – Kanzlei für soziale Unternehmen, Heidelberg/Berlin.

Hier finden Sie einen Auszug des Urteils als PDF

Quelle: Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V.

 


 Treffen

Die neuen Termine für 2018 findet ihr hier.